Bad Münstereifel/Hamburg, 22. September 2026 – Die Peter Greven GmbH & Co. KG treibt die Elektrifizierung ihrer industriellen Dampfversorgung am Standort Bad Münstereifel voran. Gemeinsam mit ENERGYNEST realisiert das Chemieunternehmen eine neue Power-to-Heat-Anlage, die sowohl vor Ort erzeugten erneuerbaren Strom als auch flexibel beschafften Netzstrom nutzt, um bedarfsgerecht Prozessdampf für die Produktion bereitzustellen.
ENERGYNEST übernimmt als Umsetzungspartner das Engineering, die Integration und die Lieferung des Gesamtsystems. Die Anlage kombiniert einen 6-MW-Elektroerhitzer, einen 30-MWh-Hochtemperatur-Wärmespeicher mit 15 ThermalBattery™-Modulen sowie einen 2-MW-Elektrodampfkessel und kann damit bis zu 100 % des Prozesswärmebedarfs am Standort abdecken. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2028 vorgesehen.
Mit dem Projekt ersetzt Peter Greven einen wesentlichen Teil seiner bislang erdgasbasierten Dampferzeugung durch eine flexible elektrische Energieversorgung. Der dafür benötigte Strom soll zu großen Teilen aus einer angrenzenden Photovoltaikanlage sowie aus erneuerbarem Netzstrom stammen. Die neue Anlage ermöglicht es, erneuerbaren Strom dann in Wärme umzuwandeln, wenn er verfügbar ist, und die gespeicherte Energie unabhängig davon bedarfsgerecht für die Produktion bereitzustellen.
Flexible Elektrifizierung für zuverlässige Prozessdampfversorgung
Prozessdampf ist für zahlreiche Produktions- und Verfahrensschritte bei Peter Greven unverzichtbar. Seine Bereitstellung muss zuverlässig dem Bedarf der Produktion folgen – unabhängig davon, wann erneuerbarer Strom verfügbar ist.
Genau hier setzt das neue Energiesystem an. Der elektrische Hochleistungserhitzer wandelt Strom in Hochtemperaturwärme um, die in den ThermalBattery™-Modulen von ENERGYNEST gespeichert wird. Die Energie kann anschließend bedarfsgerecht für die Dampfversorgung der Produktion bereitgestellt werden. Der zusätzliche Elektrodampfkessel ergänzt das System um direkte elektrische Dampferzeugung.
Damit werden Strombezug und industrielle Dampfproduktion zeitlich voneinander entkoppelt. Peter Greven kann erneuerbare Energie flexibler nutzen und den Strombezug stärker an PV-Erzeugung, Stromsystem und Netzbedingungen ausrichten, während die benötigte Prozesswärme zuverlässig und kosteneffizient zur Verfügung steht.
„Mit diesem Projekt machen wir einen entscheidenden Schritt bei der Dekarbonisierung unseres Standorts in Bad Münstereifel. Die Elektrifizierung der Dampferzeugung mit Speichertechnologie ermöglicht uns, erneuerbaren Strom mit den Anforderungen unserer Produktion zusammenzubringen. Mit ENERGYNEST haben wir einen erfahrenen Umsetzungspartner an unserer Seite, der nicht nur die notwendige Technologie mitbringt, sondern die einzelnen Komponenten zu einem auf unsere Anforderungen abgestimmten Energiesystem integriert. Diese Kombination aus Technologiekompetenz und Erfahrung in der industriellen Umsetzung war für uns entscheidend“, sagt Carsten Rader, Geschäftsführer Technologie, Peter Greven GmbH & Co. KG.
Bis zu 78 Prozent weniger CO₂-Emissionen
Mit der Umstellung von Erdgas auf erneuerbaren Strom erwartet Peter Greven eine Reduktion der CO₂-Emissionen der Dampferzeugung um bis zu 78 Prozent. Das im Rahmen der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) geförderte Vorhaben weist ein CO₂-Einsparpotenzial von rund 5.240 Tonnen pro Jahr auf.
Das Projekt ist damit nicht nur das bislang größte nachhaltigkeitsorientierte Umbauprojekt am Stammsitz von Peter Greven. Es zeigt auch, wie sich eine der zentralen Herausforderungen der industriellen Dekarbonisierung praktisch lösen lässt: erneuerbaren Strom in eine zuverlässige und flexible Energieversorgung für industrielle Prozesse zu überführen.
„Die Technologie für die Elektrifizierung industrieller Wärme ist da. Jetzt geht es darum, sie in großem Maßstab in die Werke zu bringen. Genau das tun wir mit Peter Greven“, sagt Alex Robertson, CEO von ENERGYNEST. „Wir liefern hier nicht einfach einen Wärmespeicher. Wir realisieren das Energiesystem, das aus erneuerbarem Strom zuverlässig Prozessdampf für die Produktion macht – vom elektrischen Erhitzer über die Speicherung bis zur Integration in die Dampfversorgung. Das ist kein Pilotprojekt für eine Technologie von morgen. Es ist industrielle Energieversorgung, die wir heute bauen können. Peter Greven zeigt damit, wie Industrieunternehmen fossiles Gas ganz konkret aus ihrer Wärmeversorgung verdrängen können.“
Vom Förderkonzept in die industrielle Umsetzung
Das Projekt „PV-Power2Process-Steam – Bedarfsgerechte Prozessdampferzeugung aus volatilem PV-Strom“ wird im Rahmen der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Das Fördervolumen beträgt rund 5,83 Millionen Euro. Die Förderung unterstützt dabei die wirtschaftliche Umsetzung der Investition und trägt zu einer schnelleren Amortisation bei. Langfristig soll die neue Energieversorgung nicht nur die CO₂-Emissionen reduzieren, sondern auch die Energiekosten am Standort senken und die Abhängigkeit von fossilem Erdgas verringern.
Mit der Beauftragung von ENERGYNEST geht das Projekt nun von der Planung in die industrielle Umsetzung. ENERGYNEST verantwortet dabei das Engineering und die Integration der Power-to-Heat-Lösung und führt die verschiedenen Systemkomponenten zu einer auf die Energie- und Dampfversorgung des Standorts abgestimmten Gesamtanlage zusammen.
Das Projekt hat dabei Bedeutung über den einzelnen Standort hinaus. Prozessdampf gehört in zahlreichen energieintensiven Industrien zu den größten Verbrauchern fossiler Energie. Die Kombination aus elektrischer Wärmeerzeugung, thermischer Energiespeicherung und flexibler Dampferzeugung schafft eine Möglichkeit, diese Versorgung zu elektrifizieren, ohne industrielle Produktion und Verfügbarkeit erneuerbarer Energien zeitlich aneinander koppeln zu müssen. Damit kann das in Bad Münstereifel realisierte Konzept auch als Blaupause für die Elektrifizierung der Prozesswärme an weiteren Industriestandorten dienen.
Über Peter Greven
Seit mehr als 100 Jahren steht Peter Greven für Kompetenz in der Oleochemie. Das Familienunternehmen wurde 1923 in Bad Münstereifel gegründet und hat dort bis heute seinen Stammsitz. Mit weiteren Produktionsstandorten in den Niederlanden, Malaysia und den USA hat sich die Peter Greven Gruppe zu einem international führenden Hersteller oleochemischer Additive entwickelt. Das Unternehmen beliefert Kunden in mehr als 85 Ländern und verbindet dabei langjähriges Know-how mit dem Anspruch, nachwachsende Rohstoffe verantwortungsvoll in zukunftsfähige Lösungen umzuwandeln.
Über ENERGYNEST
Das 2011 gegründete Unternehmen ENERGYNEST ist ein Pionier für integrierte Power-to-Heat-Lösungen und thermische Energiespeicherung für die industrielle Dekarbonisierung. Unsere Technologie liefert sicher und umweltfreundlich Wärme und Dampf, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und gewährleistet gleichzeitig eine stabile und kostengünstige Energieversorgung. Unsere auf Flexibilität und Effizienz ausgelegten Lösungen erfassen und speichern erneuerbare Energien, vermeiden Verluste und ermöglichen Prozesswärme rund um die Uhr. Skalierbar, schnell zu installieren und bereits heute im Handel erhältlich, ermöglicht ENERGYNEST der Industrie den Übergang zu einem zukunftssicheren, gasfreien Energiesystem.
Pressekontakt:
Denise Haas
Peter Greven GmbH & Co. KG
Peter-Greven-Straße 20-30, 53902 Bad Münstereifel, Deutschland
Telefon: +49 2253 313 119
E-Mail: d.haas@peter-greven.de
Mareike Schumm
ENERGYNEST
Caffamacherreihe 7, 20355 Hamburg, Deutschland
Telefon: +49 152 0880 5725
E-Mail: msc@energynest.com